Kabelverband macht Front gegen Übernahme von Kabel-BW durch Liberty Der Kabelverband FRK, der vor allem kleine Netzbetreiber vertritt, will bei der geplanten Übernahme von Kabel-BW durch den US-Konzern Liberty Global ein Wörtchen mitreden - und hat grundsätzliche Bedenken. Die Mitgliederversammlung habe beschlossen, die Beiladung zu dem Verfahren zur kartellrechtlichen Anmeldung zu beantragen, teilte der Fachverband Rundfunkempfangs- und Kabelanlagen am Mittwoch mit. Der Antrag sei sowohl bei der EU-Kommission als auch beim Deutschen Bundeskartellamt gestellt worden, hieß es. Noch ist nicht endgültig klar, welche Behörde zuständig sein wird. Experten stufen die Chancen für einen erfolgreichen Verkauf von Kabel-BW höher ein, wenn sich die europäischen Wettbewerbshüter mit dem Fall befassen. Der FRK befürchtet für seine vertretenen Mitglieder und auch für Verbraucher deutliche Nachteile, wenn Liberty Global zum Zuge kommt - unter anderem aufgrund des Einsatzes proprietärer Verschlüsselungstechnologie, bei Verhandlungen mit der Wohnungswirtschaft über den Neuabschluss bzw. die Fortsetzung von Gestattungsverträgen und durch eine technische Diskriminierung der freien und unentgeltlichen Durchleitung der über Astra 19.2° frei verbreiteten privaten SD-Programme. Diese sind bei Kabel-BW bislang unverschlüsselt zu sehen, das könnte sich nach der Übernahme ändern. Der Verband sieht zudem eine Gefahr für die Sicherung eines lebensfähigen Mittelstandes im Kabelinfrastrukturbereich mit seinen rund 8.000 Unternehmen und 32.000 Arbeitsplätzen, eine existentielle Bedrohung vieler freiwilliger bzw. gemeinnütziger Bürgerinitiativen zur Breitband- und TV-Versorgung in ländlichen Räumen und das Aus für lokale TV-Sender, denen "schon heute existenzgefährdende Transportgebühren von den großen Kabelnetzbetreibern abverlangt" würden. Kabel-BW ist der größte Kabelnetzbetreiber in Baden-Württemberg mit nach eigenen Angaben inzwischen 2,4 Millionen Kunden. Bislang war Kabel-BW im Besitz des Finanzinvestors EQT, der seine Tochter eigentlich an die Börse bringen wollte. Die deutschen Kabelnetzbetreiber bauen ihre Netze derzeit zu Datenautobahnen aus. Neben Fernsehen, Festnetz-Telefon und Internet bietet Kabel-BW seit kurzem auch Mobilfunk an. Hinter Liberty Global steckt der US-Medientycoon John Malone. Er verspricht sich eine satte Rendite von seinem Engagement. Über drei Milliarden Euro ist die Transaktion schwer. Quelle:satundkabel.de